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Inkontinenzarten

Belastungsinkontinenz (früher Stressinkontinenz):

Bei dieser Inkontinenzart löst der erhöhte Bauchinnendruck, wie bei körperlicher Anstrengung, den Harnverlust aus. 80 % der Betroffenen einer Belastungsinkontinenz sind Frauen. Ursache ist eine Schwäche des Beckenbodens, zum Beispiel nach Geburten.

Die Belastungsinkontinenz wird in drei Schweregrade unterteilt:
Grad I: Husten, Niesen, Lachen
Grad II: Aufstehen, Hinsetzen
Grad III: Liegen

Dranginkontinenz:

Die Dranginkontinenz ist eine Blasenspeicherungsstörung und wird deshalb auch Reizblase genannt. Betroffene spüren den Harndrang, schaffen es aber häufig nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. Ursache für eine sensorische Dranginkontinenz ist zum Beispiel eine Entzündung der Harnwege, wohingegen bei der motorischen Dranginkontinenz eine Hemmung der Signale zwischen Blase und Gehirn vorliegt. Gründe dafür können zum Beispiel Multiple Sklerose oder Tumore sein.

Reflexinkontinenz:

Auch bei der Reflexinkontinenz ist die Übertragung der Nervenimpulse, meist infolge von Nervenkrankheiten, gestört. Im Gegensatz zur Dranginkontinenz spüren Betroffene jedoch nicht mehr genau, wann die Blase gefüllt ist. Dies kann im Fall einer Querschnittlähmung, Parkinson, Schlaganfall, Alzheimer oder anderer Demenzkrankheiten vorkommen.

Überlaufinkontinenz:

Diese Inkontinenzform äußert sich in einer vollen Blase, die kontinuierlich kleine Mengen Urin abgibt. Der Grund ist, dass der Urin aus der Blase aufgrund eines Hindernisses, wie zum Beispiel eine vergrößerte Prostata oder durch Verlagerung von Organen, nicht mehr richtig abfließen kann. Dadurch wird die Blasenwand überdehnt, der Druck auf den Schließmuskel steigt und es kommt zum ständigen Tröpfeln.

Extraurethrale Inkontinenz:

Die Gründe für den ständigen Urinverlust liegen hier außerhalb der Harnwege (extraurethral). Der Harn geht nicht über die Harnröhre ab, sondern über sogenannte Fisteln. Das sind röhrenartige Verbindungen zwischen zwei Organen, zum Beispiel zwischen Blase und Geschlechtsorgane. Ein ständiger Urinverlust über die Fistel ist die Folge.