Helmtherapie - Uniklinikum Heidelberg

Das Zentrum für kraniofaziale Chirurgie im Uniklinikum in Heidelberg beschäftigt sich mit Patienten mit Kraniosynostosen, syndromalen Kraniostenosen, lagerungsbedingten Schädelfehlbildungen sowie weiteren syndromalen Fehlbildungen des Gesichtsschädels und des Hirnschädels. Ziel ist es asymmetrische Schädelverformungen – auch kraniofaziale Fehlbildungen genannt – bei Neugeborenen zu behandeln.

3D Scanner Helmtherapie

Seit der Empfehlung der American Academy of Pediatrics 1992 Neugeborene zur Vermeidung eines plötzlichen Kindstodes in den ersten Lebensmonaten bevorzugt auf dem Rücken zu lagern, ist eine mindestens zehnfache Zunahme des lagerungsbedingten Plagiocephalus zu verzeichnen. Dieser zeichnet sich durch eine asymmetrische Abflachung des Hinterhaupts mit kontralateraler Abflachung der Stirn aus. Im Zusammenhang damit kann ferner eine Skoliose (Schrägstellung) des Gesichtsschädels und eine Asymmetrie der Schädelbasis mit Verschiebung der Ohren festgestellt werden. Häufig wird auch von Mittelohrentzündungen sowie Entwicklungsverzögerungen und Augenfehlstellungen berichtet. Männliche Säuglinge sind doppelt so häufig betroffen wie weiblich.

Die Bewertung dieser Schädelverformungen erfolgt ausschließlich klinisch (standardisierte Messungen), ggf. unterstützt durch einen 3D-Oberflächenscan. Ein Ausgleich des Lagerungsschadens findet entweder durch physiotherapeutische Maßnahmen oder durch die Helmtherapie statt.

Die Bedeutung der Helmtherapie wurde in den letzten Jahren umfangreich untersucht. Dabei zeigte sich in mehreren Studien eindeutig, dass die Helmtherapie bezüglich Behandlungsdauer und Therapieergebnis der Physiotherapie mit Lagerungstechniken überlegen ist. Hierbei wird unterstrichen, dass die Behandlung mit Orthesen unter Verwendung von 3D-Scans bei kurzer Behandlungszeit mit geringerer Belastung für das Kind durchgeführt werden kann. Allerdings belaufen sich die Therapiekosten aufgrund der Spezialanfertigung auf 1.300 bis 2.500 € für die Kopfhelmtherapie. Bei Verwendung kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff („Carbon“) statt Polyurethan können die Kosten noch höher ausfallen. Die Helmtherapie ist im Leistungsverzeichnis der gesetzlichen deutschen Krankenkassen nicht enthalten. Die Leistungsübernahme muss individuell beantragt und entschieden werden.

Mit unserer Spende unterstützt das Klinikum Heidelberg sozial schwache Familien, deren Antrag bei der Krankenkasse abgelehnt wurde, bei der Therapiemaßnahme.

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